Gastbeiträge

Christoph Lerch: «Was macht eigentlich ein Regierungsstatthalter in der Nacht?»

Als amtierender Regierungsstatthalter bin ich unter anderem zuständig für die Erteilung von Überzeitbewilligungen, also für gastgewerbliche Bewilligungen über die Polizeistunde (00.30 Uhr) hinaus. Ich habe mich dabei im Rahmen des kantonalen Gastgewerbegesetzes und der kommunalen Nutzungsbestimmungen zur Zonenordnung zu bewegen. Den geringen Ermessensspielraum, der sich dabei bietet, nütze ich um sowohl die Interessen der Nachtschwärmerinnen und Nachtschwärmer als auch das Bedürfnis nach Nachtruhe zu berücksichtigen.

Mein privates Nachtleben ist – ich gebe es zu – mehr durch Nachtruhe als durch dröhnende Bässe geprägt. Meine Frau und ich gehen gern in Konzerte oder ins Theater, nicht selten auch ins Kino. Wir machen beide auch selber Musik, ich singe im Vokalquartett «Con Amor». Beim Tango sind wir nach zweimaligem Besuch des Anfängerkurses grad etwas stecken geblieben – was nicht ist kann ja noch werden.

Seit Sommer letzten Jahres wohnen wir in Wabern. Unsere erwachsenen Söhne Till und Moritz sind ausgezogen, so dass uns beim Nachhausekommen immer zwei leere Zimmer begrüsst haben. Nach langen und schönen Familienjahren im Weissenbühlquartier in Bern haben wir deshalb unsere Wohnfläche verkleinert und erlernen nun wieder das Wohnen zu zweit.

Das schönste an Wabern ist nicht etwa das Tram Nr. 9 nach Bern, sondern die Verbindung von Stadt und Land. Wir geniessen die gute Infrastruktur, die Quartierläden und das Kulturangebot ebenso wie das Joggen auf den Gurten oder die Abendausfahrt mit dem Rennvelo auf den Längenberg, die sich an einem Sommerabend gern auch mal zu den Badeseelein im Stockental oder zu einem Nachtessen am Thunersee hinziehen kann. Überrascht waren wir über den weiterhin kurzen Weg ins Marzili zum Aareschwumm, gefreut hat uns die warme Aufnahme durch die SP Köniz.

Ich wünsche den Kandidierenden viel Erfolg und hoffe selber auf eine gute Wiederwahl am 21. Mai. Ich möchte mich nochmals für vier Jahre mit all meinen Kräften, unabhängig und umsichtig für die Region Bern-Mittelland einsetzen.

Christoph Lerch leitet seit 2010 das Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland. Geboren in Aarberg, aufgewachsen in Thun, Familienzeit in Bern, heute wohnhaft in Köniz. Der 60-jährige Fürsprecher ist mit Irene Graf verheiratet. Zur Familie gehören auch die beiden Söhne Till (Arzt, 27) und Moritz (Polymechaniker und Snowboardlehrer, 25), der Grossvater, Geschwister sowie Freundinnen und Freunde.

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